Qualitätsentwicklung

  1. Was ist Qualität?
    1.1 Definitionen von Qualität, grundsätzlich alles was „gut“ ist
    1.2 „Unsere Definition“: „Qualität ergibt sich aus der Übereinstimmung zwischen den Erwartungen an eine Leistung und der tatsächlich erbrachten Leistung.“ (Irsgens/ Vogt)
    Erwartungen haben:
    die Kinder           die Eltern            der/die Träger                  der Staat (Land Nieders.: Orientierungsplan; KiTaG,Bundesrepublik: KJHG,UNO, EG,Stadt/Gemeinde)         die MitarbeiterInnen, einzeln und im Team.
  2. Qualitätsentwicklung ist in Deutschland ein gesetzlicher Auftrag
    „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen die Qualität der Förderung in ihren Einrichtungen durch geeignete Maßnahmen sicherstellen und weiterentwickeln. Dazu gehören die Entwicklung und der Einsatz einer pädagogischen Konzeption als Grundlage für die Erfüllung des Förderungsauftrages sowie der Einsatz von Instrumenten und Verfahren zur Evaluation der Arbeit in den Einrichtungen.“ SGB VIII (KJHG) § 22a
  3. Formen der Qualitätsentwicklung (QE)
    Die Formen und Inhalte der Qualitätsentwicklung sind nirgends verbindlich vorgeschrieben.
    Grundsätzlich ist alles Qualitätsentwicklung, was der „Verbesserung“ der Arbeit dient.
    Anfangs wurden – mangels eigener – die Modelle aus der Industrie (DIN/ISO 9000/9001), die vor allem der Effektivierung und Optimierung von Produktionsprozessen dienten, in die pädagogischen Bereiche übertragen. Später entwickelten sich andere, der speziellen Arbeit angemessene Formen. QfürK versteht sich „niedersachsenspezifisch“.
  4. Differenzierungen des Qualitätsbegriffs und was sie in der Kindertagesstätte bedeuten
    Struktur-Qualität ( zB Räume, Rahmenbedingungen, Ausstattung, Gesetze, Erlasse, Betreuungsschlüssel, …)
    Prozess-Qualität ( wie mit Kindern umgegangen wird, wie sie unterstützt werden, wie ihnen begegnet wird, …)
    Orientierungs-Qualität ( das, was Fachkräften im Kopf und auf Papier hilft,  ihre Arbeit zu tun: was sie gelernt haben und anwenden, zB Entwicklungspsychologie, ihr Bild vom Kind, ihre Konzeption, Fortbildungsinhalte, Bücher, Orientierungsplan, …)
  5. Was bringt Qualitätsentwicklung den Kindern?
    In der Untersuchung „Kinder von 4 bis 8 Jahren – Zur Qualität der Erziehung und Bildung in Kindergarten, Grundschule und Familie“ (Tietze/Rossbach/Grenner, Weinheim 2012²) wird versucht, den Einfluss dieser Institutionen auf die kindliche Entwicklung in den Bereichen: Bewältigung von Alltagssituationen, Soziale Kompetenz, Kindliche Selbstwahrnehmung, Sprachentwicklung, Schulleistung  zu messen.
    Ergebnis: Kinder, die bessere pädagogische Qualität im Kindergarten (gemessen nach KES) erfahren haben,
    – weisen einen höheren sprachlichen Entwicklungsstand am Ende der 2. Klasse auf,
    – zeigen bessere Schulleistungen
    – bewältigen Alltagssituationen besser (LehrerInnenurteil)
    – sind sozial kompetenter (LehrerInnen und Mütter-Urteil).

© Bü/QfürKIII 17.9. 2013

 

Strukturqualität

Empfehlungen aus bedeutsamen Publikationen
(die auf der Fortbildung am 17.9.  gezeigt wurden)

1. Zur Gruppengröße:

Amerikanische Standards         (Howes 1992)
0 – 24 Monate                                  6 Kinder pro Gruppe
25 – 36 Monate                              12 Kinder
37 – 60 Monate                              18 Kinder

Kinderbetreuungsnetzwerk der EU (1996)
24 – 36 Monate                               5 – 8 Kinder
36 – 48 Monate                               8 – 12 Kinder
48 – 60 Monate                              12 – 15 Kinder

Dt. Liga für das Kind
unter 2  Jahren                                 6 Kinder
2 – 3 Jahre                                          8 Kinder
altersgemischt                                15 Kinder insges.,davon bis 5 Kinder unter 3
(falls Kinder unter einem Jahr dabei sind, höchstens 10)

2. Zum Personalschlüssel:

Amerikanische Standards
0 – 24 Monate                                   1 Fachkraft 3 Kinder
25 – 36 Monate                                 1 Fachkraft 6 Kinder
37 – 60 Monate                                 1 Fachkraft 8 Kinder

Kinderbetreuungsnetzwerk der EU (1996)
0 – 24 Monate                                     1 Fachkraft 3 Kinder
24 – 36 Monate                                   1 Fachkraft 3 – 5 Kinder
36 – 48 Monate                                   1 Fachkraft 5 – 8 Kinder
48 – 60 Monate                                   1 Fachkraft 6 – 8 Kinder

Dt. Liga für das Kind
bis 12 Monate                                     1 Fachkraft für 2 Kinder
13 – 24 Monate                                    1 Fachkraft für 3 Kinder
25 – 36 Monate                                    1 Fachkraft für 5 Kinder
altersgemischte Gruppen                 Zahlen entsprechend umrechnen

(Quellen: für Amerikanische Standards und EU: Bundesministerium für Familie u.a.(Hrsg.)
Auf den Anfang kommt es an! Beltz-Verlag Weinheim 2003, S. 86 und 87;
für Dt Liga für das Kind: Positionspapier „Eckpunkte guter Qualität in der Krippe“, auf:
www.liga-kind.de  Zugriff 19.9.2013)