Bildungsplan

Seit dem 12.1.2005 gibt es einen Bildungsplan für die Kindergärten in Niedersachsen. Er heißt genau: Orientierungsplan niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder. Er umfasst etwa 60 Seiten. Es gibt ihn im Kindergarten zur Einsichtnahme, im Internet zum Herunterladen www.nibis.de oder im Buchhandel für 10 Euro zu kaufen (ISBN 3-00-016349-2). Nach diesem Bildungsplan sollen alle Kindertagesstätten (also auch die Spielkreise) arbeiten.
Hier folgt
a. eine Erklärung, wie es dazu kam  und
b. eine Zusammenfassung wesentlicher Inhalte in Stichworten.
c. seit 2012 gibt es auch „Handlungsempfehlungen für die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren“ zum Orientierungsplan.

 

A. Warum es jetzt einen Bildungsplan für Kindergärten gibt

Im Laufe der Zeit gibt es in vielen Bereichen einer Gesellschaft Veränderungen. Es gibt neue Forschungen, neuere Erkenntnisse, bessere Methoden, andere Erklärungen (> Medizin), neue Medien. Das gilt auch für die Entwicklung und Erziehung von Kindern. Im Zusammenhang der Bildungsdebatte erscheinen mir einige Neuentwicklungen besonders wichtig. Zunächst einige neue Sichtweisen:

1. Kinder bilden sich selbst
Seit etwa 15 Jahren setzt sich in der Pädagogik und seit etwa 10 Jahren auch in der Vorschulpädagogik eine Sichtweise des Kindes durch, die es nicht mehr als Objekt von Bildungsprozessen, sondern als deren Subjekt wahrnimmt. Das Bild vom Schwamm, der sich selbst aufsaugt, hat das vom Trichter, der abgefüllt wird, abgelöst. Kinder bilden sich individuell selbst. Sie sind von sich aus wissbegierig und lernfähig. Sie streben danach, sich die Welt auf ihr Weise anzueignen und Zusammenhänge für sich plausibel zu konstruieren. Mit jeder neuen Erfahrung und Entdeckung entwickeln sich ihre Erklärungsmuster kooperativ-konstruktiv („ko-konstruktiv“) weiter. Erzieherinnen können ein „Gerüst“ um die Konstruktionen der Kinder bilden („scaffolding“). Selbstbildungsprozesse gelingen, wenn eine „sichere Bindung“ an Bezugspersonen (freundlich, verlässlich, individuell zugewandt; akzeptiert, respektiert, niemals bloßgestellt) besteht, Eigenaktivität und Selbsttätigkeit unterstützt wird, vielfältige Sinneserfahrungen (einschließlich Bewegung) gemacht werden können und „freies Spiel“ möglich ist.

2. Kinder ent-wickeln sich selbst
Die klassische Entwicklungspsychologie hat Kinder mit Erwachsenen verglichen und beobachtet, wie schnell die „Defizite“ in verschiedenen Bereichen ausgeglichen werden; ihre schwächen sind: Defizitorientierung, Erwachsenenorientierung, Unumkehrbarkeitsdenken, willkürliche Auswahl beschriebener Bereiche. Inzwischen wird immer deutlicher, dass auch kleine Kinder in bestimmten Bereichen Erwachsenen ebenbürtig, manchmal sogar überlegen sind. So, wie sie Subjekte ihrer Lernprozesse sind, so sind sie auch individuell sich selbst steuernde Ent-wickler. Betttuch als Bild. Günstige Rahmenbedingungen (Zeit, positive eigene Erfahrungen, Sicherheit; Ruhe, gegenseitiges Vertrauen, Nähe, Ermutigung, Zuwendung, Sicherheit, Zumutung von Selbststeuerung; Faszination) können die E (schwedisch: utväckling) begünstigen. Druck und Zug sind kontraproduktiv.

3. Kinder sind in den ersten Lebensjahren sehr lernfähig
Schon Frau Montessori hatte von sensiblen Perioden im frühen Kindesalter gesprochen. Inzwischen zeigt die Neurobiologie, wie schnell und differenziert sich Hirnstrukturen entwickeln. Der frühen Kindheit gilt ihre besondere Aufmerksamkeit. Anregungen und Förderung sind zum Lernen eminent wichtig. Die Bildungsforscher sagen: Dazu reicht das, was deutsche Kinderbekommen, sicher aus. Der Kindergarten bietet ein Vielfaches mehr als das, was benötigt wird (Elsbeth Stern). Dagegen fragen Hirnforscher: Lässt sich ein Hirn-Struktur-Entwicklungs-Rückstand lebenslang nicht mehr aufholen? Schließen sich „Entwicklungsfester“?
Hüther: Die Ausbildung hochkomplexer Aktivierungsmuster im Frontalhirn wird durch Druck, psychische Belastung, Mangel an Anregungen und geeigneten Vorbildern verhindert.
Roth: Für den Lernerfolg sind emotional wichtige Faktoren: Vertrauenswürdigkeit der Person(Gesichtsausdruck), Motivation („Themen des Kindes“, Engagiertheit und Wohlbefinden, „Schemata“: Grade Linien, einwickeln/einpacken/einfüllen, Rotation, transportieren, verbinden …36), Belohnungswert, persönlicher Bezugspunkt, Fehlerkultur, Balance zwischen Über- und Unterforderung. Empathie?
Lernfreude (§2 KiTaG) Botenstoffe, zB Dopamin werden bei Lernerfolg, positiven Erfahrungen bes wenn besser als erwartet, vom Hirn selbst produziert: Lernlust entsteht, die zu Wohlgefühl, gesteigerter Aufmerksamkeit und Klarheit im Denken führt. (Geht auch zB mit Schokolade, guter Musik, netten Worten, Lachen, freundlichen Blicken. Strafen?)
Metakognition: lernen, wie man lernt (ab ?)
Auf jeden Fall ist es gut, wenn Kinder in den ersten Lebensjahren einen Kindergarten besuchen!

4. Bildung ist mehr als Schulwissen
Die inhaltliche Definition dessen, was unter Bildung verstanden wird, erweitert sich über „Wissen und Können“ hinaus. Konsensfähig ist heute: „Bildung ist der umfassende Prozess der Entwicklung und Entfaltung derjenigen Fähigkeiten, die Menschen in die Lage versetzen, zu lernen, Leistungspotentiale zu entwickeln, zu handeln, Probleme zu lösen und Beziehungen zu gestalten.“ (Leipziger Thesen 2002) „Bildung ist Anregung aller Kräfte: Es geht um Anregung, nicht um Zwang oder Vorschrift. Alle Kräfte müssen in diesen Prozess einbezogen werden, nicht nur die kognitiven, sondern auch die sozialen, emotionalen und ästhetischen.  Bildung ist Aneignung von Welt: Aneignung ist ein aktiver, subjektiver Prozess, bei dem das Fremde in Eigenes verwandelt wird. Sie meint nicht ein von außen Hineinstopfen vorbestimmter „Bildungsinhalte“. Bildung kann nicht erzeugt oder gar erzwungen, sondern nur angeregt und ermöglicht werden.   Bildung ist Entfaltung der Persönlichkeit: Es geht um einen Prozess, bei dem eigene Potenziale entwickelt werden und sich Individualität herausbildet. Bildung ist als Entfaltungsprozess des Subjekts in Auseinandersetzungen mit inneren und äußeren Anregungen und Befreiung von inneren und äußeren Zwängen zu verstehen.“  (Bundesjugendkuratorium, Sachverständigenrat 11. Jugendbericht, AGJ…)

5. Kinder sind Rechtsträger
Subjekte haben eigene Rechte. Deutschland hat erst 1992 die UN-Kinderrechtskonvention (von 1959) ratifiziert. Darin heißt es zB im Artikel 12(1): „Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“ Artikel 13(1): Das Kind hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; …“ Artikel 16: „Kein Kind darf willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in sein Privatleben, … oder rechtswidrigen Beeinträchtigungen seiner Ehre … ausgesetzt werden.“ Artikel 28: Recht auf Bildung. Artikel 29: Bildungsziele von Bildungseinrichtungen, u.a. Persönlichkeit, Begabungen, Fähigkeiten zur Entfaltung bringen, Toleranz, soziale Verantwortung, Achtung vor der vor der natürlichen Umwelt. Artikel 31(1): „Die Vertragsstaaten erkennen das Recht auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.“ Im KJHG von 1991 und niedersächsischen KiTaG von 1991 ist die das Recht des Kindes auf Erziehung, Bildung und Betreuung festgeschrieben. Partizipation! „Die Kinderrechte müssen bei den Kindern ankommen.“ (Krappmann)
In all diesen Gesetzen werden Eltern ausdrücklich ermutigt und aufgefordert, sich für die Rechte ihrer Kinder einzusetzen.

6. Kindertagesstätten-Qualität muss diese Entwicklungen berücksichtigen
Nach der KES (1997) wurde von W. Tietze u.a. Mit Qualitätskatalog „Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ –  im Rahmen der Qualitätsinitiative des Bundesministeriums für Fam., Senioren, Frauen und Jugend – 2003erstmalig eine Beschreibung optimaler Arbeit für deutsche Kindergärten vorgelegt. Er entstand unter Mitarbeit von 1550 ErzieherInnen und wurde in 250 KITAS erprobt. In 20 Bereichen wird beschrieben, wie „best practice“ aussehen würde. Besondere Beachtung finden dabei in jedem Bereich die räumlichen Bedingungen, die Interaktion zwischen Kind und Erzieherin, Material, Planungsgesichtspunkte sowie die Frage nach der Beteiligung der Kinder („Partizipation“) und der Berücksichtigung der Individualität des einzelnen Kindes („Individualisierung“).
Inzwischen ist auch ein Leitfaden zur Arbeit mit diesem Katalog erschienen, der KITAs in die Lage versetzt, ihre Qualität nach den Kriterien des Kataloges selbst allein oder mit Unterstützung zu entwickeln. („Pädagogische Qualität entwickeln“ – leider wenig praktikabel und deshalb gut verzichtbar.)

7. Die internationalen Schulleistungsvergleiche der OECD und IEA
7.1 An „starting strong“(1998/2000) hat sich die Bundesrepublik nicht beteiligt.
7.2 Viel Aufsehen hat die PISA (Programme for International Student Assessment) Studie von 2000 erregt. Darin wurden die Fähigkeiten deutscher Kinder im Alter von 15 Jahren mit denen anderer weltweit verglichen und zwar die Lesekompetenz, die mathematische Grundbildung, die naturwissenschaftliche Grundbildung und eine fächerübergreifende Kompetenz – selbstreguliertes Lernen. Das Ergebnis entsprach nicht der deutschen Selbsteinschätzung. Je nach (bildungs-) politischer Meinung wurden sehr unterschiedliche Forderungen nach Veränderungen daraus abgeleitet. So kam auch der Kindergarten in die Debatte. Er kommt in der Studie selbst gar nicht vor. Es wird dort lediglich die Vermutung formuliert, dass die Situation in der Familie für spätere Bildungserfolge entscheidend sei. Viele Bildungspolitiker folgerten indirekt aus der PISA-Studie, dass die bildende Arbeit im Kindergarten verstärkt werden müsse, damit Schulen darauf aufbauen können und deutsche Kinder im internationalen Vergleich besser dastehen. Wer die PISA-Studie wirklich liest, merkt, dass besonders sozial schwache und Migranten-Kinder (also die von ausländischen, eingewanderten Mitbürgern und die von Aussiedlern) benachteiligt sind. Dabei verstehen sich Aussiedler-Kinder als deutsche und sind kaum unterscheidbar. Auf diese Studie wurde in Niedersachsen reagiert, indem zum Beispiel finanzielle Mittel zu Sprachförderung dieser Kinder bereitgestellt wurden. (2003 wurde die Studie wiederholt, die Veröffentlichung 2005 zeigte Fortschritte gegenüber 2000.)
7.3 Im Jahr 2003 wurde eine IEA-Studie veröffentlicht, in der Lesekompetenz, mathematische, orthografische und naturwissenschaftlich/sachkundliche Kenntnisse und Fähigkeiten von Viertklässlern verglichen wurden. Bei dieser Studie, die kaum öffentliche Reaktionen zeitigte, lagen die deutschen Kinder überraschend gut im oberen Drittel der verglichenen Nationen. Die IGLU-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) hat, auch auf die häuslichen Verhältnisse der Kinder geschaut und ganz deutlich herausgearbeitet, dass Kinder aus Migrationsfamilien und aus schlechten sozialen Verhältnissen im nationalen Bildungs-Vergleich schlechter abschneiden.
Die Erkenntnisse dieser Studien sind nicht neu. Viele ErzieherInnen und LehrerInnen haben die Unterschiede seit Jahren beklagt – sie sind nur nie gehört worden. Nun sind ihre Klagen „bewiesen“. Es tut sich sogar was.
7.4 Die Studien (seit 2000) haben die Reflexion (auch) über frühkindliche  Bildung begünstigt. Der deutsche Kindergarten war bisher nicht einbezogen.
Die internationalen Schulleistungsvergleichsstudien haben nicht etwa ergeben, dass deutsche Schülerinnen und Schüler im internationalen Vergleich schlechter sind als andere – vielmehr machen sie deutlich, dass Migrantenkinder und solche aus ungünstigen sozialen Verhältnissen in Deutschland vergleichsweise schlechte Bildungs-Chancen haben und vermutlich zu wenig gefördert werden. Deshalb auch 2006 die Visite eines UNO-Menschenrechtskommissars.

All diese neuen Entwicklungen haben dazu geführt, dass die deutschen Bundesländer es für nötig hielten, Bildungspläne für die Kindertagesstätten zu entwickeln. Dabei sind die meisten der großen Versuchung widerstanden, aus Kindergärten Vorschulen zu machen – wie es sich weltweit nach ursprünglich englischen Modell durchgesetzt hat. In den meisten deutschen Kindergärten darf also weiter spielend gelernt werden – allerdings nicht beliebig und unter hohem Qualitätsanspruch.

Copyright  © QfuerK 3/2006 R.Bühne

 

 

B. Kleine inhaltliche Zusammenfassung des niedersächsischen Orientierungsplans

Die Zahlen sind exemplarische Seitenzahlen, die erste bezieht sich auf die komprimierte Fassung von REIF, die Sie im Kindergarten einsehen können, die zweite auf die geheftete grün/blaue, die Sie im Buchhandel erwerben können (ISBN 3-00-016349-2) 60 S.,10 Euro.

1. Was ist mit dem Orientierungsplan beabsichtigt?

A. Größere Verbindlichkeit für die Bildungsarbeit – und doch nicht verbindlich  (Finanzen, Erzieherinnen-Bild), Erfüllung der KMK-Vereinbarung von 5 + 6/2004
B. Transparenz von Bildungsprozessen im Kindergarten – gute Arbeit ist vorausgesetzt
C. Qualitätsentwicklung – Q-E-Instrument der Landesregierung
D. Öffnung – der Einrichtung nach außen: für Eltern, Künstler, MA anderer Einrichtungen, Köpfe
E. Etablierung des Kindergartens als erste Stufe des Bildungssystems – mittelfristig

2. Zusammenfassung

A. Kinder
1. werden als Subjekte gesehen 11/11
2. werden als selbständige Lerner verstanden und ganz ernst genommen in ihrer Fähigkeit, sich kompetent selbst zu bilden – wenn auch ko-konstruktiv 11,12,40 /11,33
3. werden als Individuen gewürdigt und sollen auch so gefördert werden 40,47/33,39. Ihre individuelle Entwicklung, ihre individuellen Bedürfnisse und Interessen werden ausdrücklich gewürdigt. Ihre in der KITA beginnenden Bildungswege sollen individuell wahrgenommen, begleitet und gefördert werden.

B. ErzieherInnen         (neue Rolle „Forschende Pädagoginnen“ 46/39)
1. sollen vor allem nun die einzelnen Kinder im Blick haben 40/33 und sie bei ihrer selbstbildenden Weltaneignung unterstützen 11,12/11
2. haben vor allem „Bildungsbegleitungsfunktion“ 42/33; dazu wird von ihnen ein hohes Maß an Kreativität, Einfühlungsvermögen und Beobachtungsfähigkeit erwartet 12/11
3. sollen intensiv beobachten, reflektieren, und die individuelle Entwicklung von Kindern dokumentieren 42,47,58/35,39,51 (durch Bildungsbücher, Portfolios, Aufzeichnungen, werden später evtl dem Kind bzw den Eltern ausgehändigt 47/39, und – falls die Eltern einverstanden sind – auch den Grundschulen 59/51)
Ziel der  Beobachtung ist immer eine Erweiterung des Verständnisses für das Kind 47,39
4. sollen gezielt (Bildungs-)Angebote machen 41/34, und dabei Kinder an der Themenauswahl und Festlegung der Arbeitsschritte altersgemäß beteiligen 19/16,17
5. sollen ihre Arbeit regelmäßig evaluieren 14/12 und sich ständig weiterbilden 49/41
6. sollen ihre Fachlichkeit entwickeln und diese auch anderen KITAS zukommen lassen 49/40
7. sollen ihre bisherigen Arbeits-Schwerpunkte (z.B. ästhetische Bildung) durch andere 8 Bildungsbereiche relativieren und ergänzen
8. sollen mehr Mitbestimmung der Kinder  zulassen 11/10, dafür eine „Beteiligungskultur“ entwickeln 42/36
9. haben Kooperationsaufgaben gegenüber Eltern 50/42 und GrundschullehrerInnen 53/46 (> Grundschul-Erlass!)
10. bekommen besondere Anregungen: Literacy 26/21; Computer 26,33,63/21,26,52; Video 62/52.

C. Einrichtungen             (bekommen zum Umsetzen nicht mehr Geld!!! Vorwort 2/4)
1. sollen neu wahrnehmen: Kinder (s.o.), eigene Räume 45/38, Ausstattungen 61/52, Materialien, Abläufe, Angebote
2. sollen lernanregende Umgebung sein 12,19,41/11,16,34: „Lernwerkstatt“ statt „Spielraum“ 41/34
3. eine Fülle von (Selbst-)Bildungsgelegenheiten für Kinder bieten 41/34
4. sollen von einer  fehlerfreundlichen Lernatmosphäre geprägt sein 20/17, in der Kindern ein Höchstmaß an Wertschätzung zuteil wird 16/15
5. müssen intensiv Qualität entwickeln 57/48    wichtig dabei ist:
Prozesse der Bildungsarbeit transparent zu machen 50,57/43,48 (also beschreiben, was getan wird), sich an den Inhalten des Plans zu orientieren 57/49, klare Qualitätsentwicklungsziele gemeinsam zu definieren und die Arbeit regelmäßig zu überprüfen und zu evaluieren,
6. sollen Konzeptionsentwicklung/-revision an diesen Inhalten orientieren 40,57/33,48
Inhalte der Konzeption sollen auch sein: Selbst- und Fremd-Evaluation 58/49, Aussagen     über Begleitung, Förderung und Herausforderung frühkindlicher Bildungsprozesse 57/49 – damit auch das Bild vom Kind als sich selbst bildendes Subjekt 11/11, Orientierung an der Unterschiedlichkeit von Kindern und deren Eltern 40/33
7. sollen sich öffnen für neue Inhalte, neue Arbeitsformen, Elternmitarbeit, Vernetzung mit anderen Einrichtungen…

D. Eltern      (haben durch die Landes-Eltern-Vertretung an der Erstellung mitgewirkt! )
1. sind kooperative Partner (und nicht Objekte von Elternarbeit!) 50/42, Kooperationsmöglichkeiten werden in Fülle angeregt
2. haben Anspruch auf ein hohes Maß an Transparenz im Hinblick auf die Bildungsziele und Arbeitsformen in der KITA 50/43 sowie auf Information über die Praxis der Bildungsbegleitung und Dokumentation der Lernentwicklung in der Einrichtung 47/39
3. werden in ihrer häufig vertretenen Auffassung, Kinder müssten in der KITA „möglichst viel beigebracht kriegen“, ausdrücklich korrigiert: das Kind ist nicht Objekt der Bildungsbemühungen anderer, sondern Subjekt des (ergebnisoffenen, ohne Zeitdruck stattfindenden, vom eigenen Lernrhythmus bestimmten 18/16 auch 12,42/11,35) eigenen Bildungsprozesses
4. werden zur Wahrnehmung ihrer Mitwirkungsmöglichkeiten in der KITA ausdrücklich ermutigt 52,53/44,45
5. werden aufgefordert, sich politisch für ihre Kinder und deren Interessen zu engagieren 53/45.

E. Kooperation zwischen KITAG und Grundschulen
1. soll „konkurrenzfrei auf gleicher Augenhöhe“ geschehen 53/46
2. wird vielfältig angeregt, insbesondere um den Übergang zu erleichtern (Austausch, gegenseitige Information über pädagogischen Konzeptionen, gemeinsame Fortbildungen, gegenseitige Hospitationen, wechselseitige Teilnahme an Gremien und Veranstaltungen, Bestimmung von Kooperationsbeauftragten, Kooperationsvereinbarung) 55/47
3. wird durch Kooperationskalender erleichtert 65 ff/54ff
4. ist inzwischen im neuen Grundschulerlass (1.8.04) für die Seite der Grundschule verbindlich geregelt, auf den ausdrücklich verwiesen wird 53/46.

F. Leitung
Ihre Aufgaben werden präzise beschrieben 48/40: Ihr kommt die Lenkungsfunktion bei der Umsetzung des Bildungs- Erziehungs- und Betreuungsauftrages zu. Sie soll ihre MitarbeiterInnen unterstützen, die Initiative für Konzeptionsentwicklung übernehmen, Teambesprechungen leiten, die notwendigen Außenkontakte herstellen und pflegen, besonders zum Träger, zur Elternvertretung und zu den Grundschulen.

G. Fachberatung
Erstmalig werden deren Aufgaben deutlich definiert 49/41: Sie soll die Fachlichkeit der Arbeit in der KITA sichern, diese kontinuierlich bei der pädagogischen Arbeit unterstützen, die Fachkompetenzen der MitarbeiterInnen fördern, diese beraten, wie sie ihre Arbeit selbständig gestalten und auf hohem fachlichen Niveau realisieren können.

H. Ausbildungsstätten
Auch für sie soll der Plan orientierende Funktion haben 9/8, vergleichbares gab es bisher nicht. Er regt quasi an, die sozialpädagogischen, psychologischen, pädagogischen, medialen Inhalte neu zu ordnen und die allgemein bildendenden Fächer dabei einzubeziehen (Religion, Deutsch, Sport, Politik, Biologie, Mathematik). Er zeigt, dass wichtige Inhalte, die nun (noch) mehr Aufmerksamkeit brauchen: dieser Plan im Ganzen; Beobachtung, Dokumentation, Qualitätsentwicklung, Sprachförderung, Literacy, Kooperation mit Grundschule, naturwissenschaftliche Inhalte u.a. Muss die KITA nicht auch in der  Fachschule für Sozialpädagogik einen Schwerpunkt darstellen (nicht nur in der Berufsfachschule Sozialassistenz)? Qualitätsentwicklung gehört als wichtiger Inhalt in die Oberstufe FSP!

Copyright © QfuerK 3/2006 R. Bühne